Das Zeitalter der Bevormundung
Editorial zu Depesche 01+02/2026
Lieber Freund, lieber Depeschenbezieher!
Ich begrüße Dich zur ersten Depesche im neuen Jahr. Möge Dir 2026 auf persönlicher Ebene viel Gutes und Erquickliches bescheren.
Was die Zustände um uns herum betrifft, so gäbe es allein im Januar so viel zu berichten, dass man einen Jahrgang damit füllen könnte. Die Ereignisse überschlagen sich – eine Lüge jagt die nächste.
Alleine über die Anwandlungen eines gewissen Donald T. aus dem Imperium jenseits des großen Meeres ließen sich Bücher schreiben. Zum Beispiel darüber, was „America First“ mit der europäischen Feindschaft gegenüber Russland zu tun hat (wäre ja nochmal schöner, wenn die Europäer preiswerte russische Energie bezögen, wo Amerika doch so viel tolle teure Energie hat). Die Chinesen haben diese Frage über ihre staatliche Nachrichtenagentur Xinhua neulich in bemerkenswerter Offenheit thematisiert (siehe Seite 28).
Der Trick ist immer derselbe: Seit mindestens 150 Jahren versuchen angelsächsische Kreise – zuerst die Engländer, später die Amerikaner (die es nachgemacht haben) –, einen Keil zwischen Deutschland, Russland und andere potentielle Freunde zu treiben. Die Politik dreht sich von jeher um Geld und Macht. Das wurde aber bislang verschleiert und schöngefärbt fürs Fußvolk.
Das Besondere seit Trump ist der Wegfall der Verschleierung. Es geschieht nun offen. Trump reißt sich einfach Venezuela unter den Nagel, weil der Präsident des Landes „böse“ ist. Mit derselben Begründung könnten sich die Amis die Hälfte aller Länder der Welt einverleiben – und wären dann am Ende selber „böse“. Von Grönland noch nicht gesprochen.
Doch die Zeit, in der die Depesche Ereignisse im Außen aufgreift und die verschwiegenen Hintergründe aufzeigt, ist vorbei. Es gibt Hunderte andere Medien im Internet, die derlei tun. Mal recht und schlecht, mal gut, mal besser. Alle Informationen sind verfügbar. Wir leben – im Gegenteil – in einem Zeitalter der Informationsüberflutung. Die Leute können heute so viele Hintergrundinformationen aus jeder Richtung erhalten, dass dies an sich schon ein Mittel zur Informationsverschleierung ist.
Man bombardiert die Leute mit so viel Unwichtigem, Widersprüchlichem und Quatsch, dass das Wichtige untergeht. Das gilt für freie, alternative Internetmedien nicht anders als für die herkömmlichen. Was nützt es uns beispielsweise zu wissen, welcher Politiker wie viel Geld von wem bekommen und auf Epsteins Insel junge Mädchen vergewaltigt hat, was er mit dem Russland-Ukraine-Konflikt zu tun hat – bzw. was er aktuell in Davos wieder treibt?
Eben! Es nützt uns gar nichts. Es befriedigt einfach nur unsere Neugierde, unser Verlangen nach Klatsch und Tratsch und Unterhaltung. Deshalb tun viele alternative Medien dasselbe wie die Massenmedien, befriedigen die niederen Instinkte der Zuschauer: die Neugierde, das Verlangen nach Skandalen, nach den neuesten Hintergründen (Klatsch und Tratsch) usw.
Vorne findet ein lautes Getöse statt über den geldgierigen Wolodymyr, den bösen Wladimir, den unaussprechlichen Friedrich, den narzisstischen Donald – über verpulverte Milliarden, kriegerisches Säbelrasseln, durchgeknallte Grüne, die „rrrächte“ AfD, den ach so bedrohlichen Klimawandel, über Flüchtlinge und Gendergerechtigkeit usw. Während im Hintergrund heimlich, still und leise die Freiheit der Bürger eingeschränkt wird: unsichtbar, aber real, unhörbar, aber gnadenlos, kaum merklich, aber dennoch. Fessel für Fessel umschlingt den Bürger – im Handy, im Computer, im Auto, im Alltag, im Beruf, im Leben –, über die Technik, übers Geld, über die EU ...
Doch seltsamerweise redet darüber kein Mensch. Es ist kein Thema in den alternativen Medien. Es gibt keine alternativen Talkshows darüber. Das Netz ist voll mit unwichtigem Schmarrn, aber über die wirklich wichtigen Dinge redet keiner? Das hat mich immer schon in fragendes Erstaunen versetzt. Die Leute lieben die schrecklichsten Enthüllungsgeschichten im Außen, aber ignorieren das Innen. Sie interessieren sich seltsamerweise irgendwie nicht dafür, was mit ihrer Freiheit passiert, dass die Regierung tagtäglich still und leise ein weiteres Seil um ihre Füße legt.
Warum ist das so? Nun, es ist schwieriger, sich damit auseinanderzusetzen, wie man selbst in Unfreiheit gehalten wird, als auf die Sünden der Fesselnden zu schauen und darüber zu lästern. Doch während einen das Erste vorwärts/aufwärts bringt, führt einen das Zweite nur weiter in die Hölle.
Das bringt uns zur heutigen Depesche über das Zeitalter der Bevormundung. Sie zeigt die Beschaffenheit der Fesseln und die Mechanismen der unsichtbaren Fesselung, beleuchtet, wie einst freie Erwachsene zu bevormundeten, unmündigen, infantilen Kleinkindern degeneriert werden – und behandelt damit ein Thema, das nach meinem Kenntnisstand in dieser Klarheit und in diesem Umfang so noch nirgendwo anders behandelt wurde. Es handelt sich also um ein Thema, das wirklich wichtig ist, weil es jeden Einzelnen unmittelbar betrifft. Ab Seite 7 geht es los.
Auf die Freiheit im Innen kommt es an. Auf die Arbeit am eigenen Selbst. Das ist das, was zählt: Wie viele Menschen erweitern ihr Bewusstsein hinsichtlich ihres wahren Selbst, ihrer eigenen Existenz? Denn nur, wer das Leben versteht und mit sich selbst ins Reine kommt, besitzt ausreichend Kraft, um Zustände im Außen zu verändern.
Musik-Abo
Themenwechsel: Auf den 25. Geburtstag der Depesche, den 1. März 2026, habe ich die Geburtsstunde von etwas Neuem gelegt, von einer neuen Art Abo, vom neuen „MiKe-Musik-Abo“. Was das genau ist, wie es funktioniert, und ob es vielleicht etwas für Dich ist, erfährst Du auf der übernächsten Seite 6. Zuvor auf Seite 5 noch ein paar Stimmen zum baldigen Praxisseminar (unten) sowie allgemein zu meinen musikalischen Veröffentlichungen.
Nun aber hinein ins Abenteuer. Und bitte schreibe mir, wie Du selbst das heute Beschriebene in Deinem Leben siehst und erfährst – und vor allem: Wie Du damit umgehst, welche Lösungen Du kennst und anwendest.
Ganz liebe Grüße und bis bald,
Michael

