Familienlandsitz Eibenheim in Ungarn
Hallo, wir sind Christoph und Yella, wir leben seit 2008/2009 in Ungarn auf unserem Familienlandsitz namens „Eibenheim“. Gestartet als absolute „Greenhorns“ in Sachen „Leben auf dem Lande“, durften wir hier im Laufe der letzten 13 Jahre eine Fülle an Erfahrungen in diversen Bereichen des selbstbestimmten Lebens sammeln. Angefangen bei den klassischen Themen des Selbstversorgers, wie Gartenbau und Kleintierhaltung, über spezifische Themen wie den Bau des eigenen Hauses, Ofenbau etc., bis hin zu Grundlagenthemen wie die selbstbestimmte Gesundheit und ein lebbares – oder auch nicht lebbares – Miteinander.
Ein Artikel aus Depesche 12-14/2022 von Yella
Hallo, wir sind Christoph und Yella, wir leben seit 2008/2009 in Ungarn auf unserem Familienlandsitz namens „Eibenheim“. Gestartet als absolute „Greenhorns“ in Sachen „Leben auf dem Lande“, durften wir hier im Laufe der letzten 13 Jahre eine Fülle an Erfahrungen in diversen Bereichen des selbstbestimmten Lebens sammeln. Angefangen bei den klassischen Themen des Selbstversorgers, wie Gartenbau und Kleintierhaltung, über spezifische Themen wie den Bau des eigenen Hauses, Ofenbau etc., bis hin zu Grundlagenthemen wie die selbstbestimmte Gesundheit und ein lebbares – oder auch nicht lebbares – Miteinander.
Ein Familienlandsitz – was ist das überhaupt? Dieses Konzept wurde schon ausführlich in der Gemeinschaften-Depesche vorgestellt (01+02/2022) . Kurz zusammengefasst, lebt auf einem Familienlandsitz eine Familie in und mit der Natur, möglichst autark und selbstbestimmt – wobei „Familie“ hier als „ein Mensch mitsamt seinen Vor- und Nachfahren“ definiert ist, auch eine Einzelperson kann somit einen Familienlandsitz gründen. Die Idee des Familienlandsitzes bedeutet aber mehr, als eine schlichte Scholle zur Selbstversorgung: Die Bewohner erschaffen einen „Raum der Liebe“. Dieser Raum aus Menschen, Pflanzen, Tieren und Wesenheiten bildet eine Einheit, die allen Bewohnern Schutz, Geborgenheit und Liebe bietet. Jede Handlung, die mit Liebe zum Land und für das Land ausgeführt wird, kommt in gleicher Weise vom Lebensraum zurück.
Auf der reinen Fakten-Ebene besteht ein Familienlandsitz aus +/- einem Hektar Land, mit einem „grünen Zaun“ drumherum (dichte Hecke, Bäume, Sträucher mit vorzugsweise essbaren Früchten), er sollte zu mindestens einem Drittel aus Wald bestehen und einen Teich haben. Darüber hinaus bestellt die darauf lebende Familie in der Regel einen Gemüsegarten, erfreut sich an Obstbäumen und wohnt idealerweise in einem Gebäude aus naturnahen Materialien. Sind die Rahmenbedingungen gegeben, entsteht ein Mikroklima, welches das Ökosystem auf dem Hektar Land im Gleichgewicht hält.
Man darf jedoch ganz klar dazu sagen, dass wir uns alle auf „dem Weg“ befinden, d.h., ein autarkes, selbstbestimmtes Leben in allen Bereichen ist ein Ziel, das wohl die wenigsten Menschen zu 100 % erreichen. Aus diesem Grund ist hier im wahrsten Sinne des Wortes „der Weg das Ziel“ – und in diesem Kontext gibt es keine starren Vorgaben für das Leben auf einem Familienlandsitz – jeder entwickelt sich in seinem Tempo und in diesem Sinne entwickeln sich auch die individuellen Bedürfnisse und der Lebensraum.
Eigenes Eibenheim-Gemüse – angebaut, gepflegt, geerntet
Der einzelne Familienlandsitz ist eingebettet in eine Familienlandsitz-Siedlung: Hier verbinden sich einzelne Landsitze zu einer Gemeinschaft, in der jeder Landsitzer sein eigener Herr auf seinem Landsitz ist, während es – je nach individuellen Absprachen und Bedürfnissen – Gemeinschaftsgebäude und -flächen gibt, die für gemeinsame Interessen genutzt werden. Dort können eine Schule, ein Laden und gemeinschaftlich genutzte Gerätschaften (Maschinen usw.) untergebracht sein. Gemeinschaftsflächen können zur gemeinsamen Tierhaltung oder zum Anbau größerer Mengen Lebensmittel genutzt werden.
Mir persönlich gefällt diese Kombination aus großzügig bemessenem Rückzugsort, auf dem ich mich voll verwirklichen kann, und gleichzeitigem Dasein inmitten von Gleichgesinnten außerordentlich gut, allerdings kenne ich ehrlich gesagt bisher keine optimal funktionierende Siedlung. Diese Idee beinhaltet ein Begegnen auf Augenhöhe, eine Art „Chef“, „Guru“ oder sonstige Art von Leiter ist nicht vorgesehen. Natürlich möchte sich so gut wie niemand, der sich gerade aus den alten Strukturen löst, einem solchen Chef unterordnen; „Freiheit“ ist in dieser Phase für die meisten das Allerwichtigste. Wir haben jedoch die Erfahrung gemacht, dass ein jahrzehntelanges Leben als Weisungsempfänger seine Spuren hinterlässt.
Auch für die Gänse eine Leckerei: eigene Feigen
Wir haben es nicht gelernt, selbständig zu denken, zu entscheiden und zu handeln. Aus diesem Grund stellt sich bei einem plötzlich „freien“ Leben häufig erstmal eine Überforderung ein, bei der viele frischgebackene „Umsteiger“ dann doch wieder froh sind, wenn ihnen jemand mit Rat und Tat zur Seite steht. Dieser „Jemand“ muss das dann ohne eigennützige Hintergedanken tun, sonst ist das gesunde Gedeihen einer Siedlung nicht gegeben oder wird zumindest ziemlich erschwert.
Wir kennen das aus eigener Erfahrung, sowohl die Orientierungslosigkeit als auch das Klammern an einen vermeintlich Klügeren zu Beginn. Falls du diesen Schritt für dich auslassen möchtest (was ich dir empfehlen würde), dann ist für mein Empfinden am allerwichtigsten, dass du ganz genau weißt, was du willst. Wir beobachten häufig bei Personen, die etwas an ihrer Lebenssituation ändern wollen, dass sie sehr genau wissen, was sie nicht mehr wollen, aber selten konkretisieren können, was es stattdessen sein soll. Je genauer du ein Bild von dem zeichnen kannst, was du möchtest, und dich darauf fokussierst, desto eher ziehst du es in dein Leben und desto weniger befällt dich die Unsicherheit, wenn vielleicht etwas mal nicht so rund läuft oder unerwartete Ereignisse auftreten.
Ein weiterer wichtiger Aspekt in dieser Beziehung ist „das System“. Immer mehr Personen hegen Fluchtgedanken, viele fühlen sich in ihrem Umfeld und der aktuellen Lage der Welt nicht mehr wohl. Hier wird dann der Wunsch geäußert, dass man „unter den Radar“ des Systems abtauchen möchte. Es soll also eine Kombination aus „das System sieht mich nicht mehr“ und „aber ich kann immer noch dessen Vorteile nutzen“ sein. Das funktioniert so nicht, denn „das System“ besteht nicht nur im Außen, sondern jeder von uns trägt es auch in sich! Somit sind diese beiden Ebenen erstmal untrennbar verbunden, hier wirkt ebenfalls das schon erwähnte Prinzip des Weisungsempfängers, zu dem wir alle schon von klein auf erzogen wurden. Das heißt, ein wirkliches „Aussteigen“ ist erst dann möglich, wenn du dazu fähig bist, alle Fesseln zu lösen, die dich mit dem System verknüpfen. Auch wir selbst würden uns eher als „am Rande des Systems“ stehend definieren, als uns „ausgestiegen“ zu nennen.
Es ist auch wichtig zu beachten, dass man vor sich selbst nicht flüchten kann. Du nimmst dich immer mit. Und damit auch deine Resonanz für bestimmte Ereignisse und Situationen, die du in dein Leben ziehst. Das ist in Ordnung, denn das Leben ist ja zum Lernen da, aber für den Schritt in die Eigenverantwortung sollte man sich dieser Tatsache bewusst sein, vor allem auch im Hinblick auf Auswanderpläne, denn auch wenn alles neu ist – Land, Sprache, Klima, Wohnsituation, Menschen –, dein ureigener individueller „Rucksack“ will überall ausgepackt werden.
Wenn du mit dem Gedanken spielst auszuwandern, einen Familienlandsitz zu gründen oder anderweitig den Weg DEINES Herzens zu gehen, dann legen wir dir unser kleines Büchlein ans Herz. In „Einfach mal machen – könnte ja gut werden“ beschreiben wir dir mit einer guten Portion Humor, wie zwei „Stadtmäuse“ sich auf den Weg in ein selbstbestimmtes „Leben auf dem Lande“ machen, und schildern dabei die Gründe für unsere Entscheidung und welche Schritte bei der Umsetzung nötig waren. Wir erzählen in diesem Buch wirklich aus dem Nähkästchen, dabei ist es uns wichtig zu betonen, dass wir nicht die „Oberchecker“ sind, die dir erklären wollen, wie du dein Leben zu leben hast, im Gegenteil, wir wünschen uns, dass du aus unseren Erfahrungen Inspiration für dich ziehen kannst. Deswegen zeigen wir uns dort auch mit all unseren Facetten, die manchmal ganz schön lustig bis peinlich sein können, und reflektieren, was wir heute anders machen würden. Gewürzt mit einer ordentlichen Prise Selbstironie macht dieses Buch allen denen Mut, die sich noch einen kleinen Anschubser auf dem Weg in ihr individuelles Paradies wünschen.
Wir freuen uns, unsere Erfahrungen mit dir teilen zu dürfen, und hoffen dir damit Mut zu machen, den Sprung in das Leben DEINER Träume zu wagen! Ganz nach dem Motto: „Gibt das Leben dir Zitronen, mach Limonade draus!“ Mit dem Zusatz „… und wenn sie dann nicht schmeckt, ändere halt das Rezept so lange, bis es passt“, laden wir dich dazu ein, dir dein ganz individuelles „Potpourri“ zusammenzustellen und es als deine ganz ureigene Kreation in vollen Zügen zu genießen!
Das Buch und mehr Infos über uns und unser Leben in Ungarn bekommst du bei: eibenheim.eu und t.me/eibenheim.
Yella und Christoph
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