Trinkwasser - oder nur "hygienisertes Brauchwasser"?

Ein Artikel aus dem Themenheft "Wasser".

Praktisch alle sog. „Zivilisationskrankheiten“ werden durch Wassermangel zumindest entscheidend mit verursacht bzw. bei reichlichem Wassertrinken deutlich gelindert. Jeder weiß, dass man viel trinken soll, doch „Flüssigkeit“ ist nicht gleich Wasser. Was ist „gesundes Wasser“? Welche sinnvollen Lösungen der Trinkwasseraufbereitung gibt es? Dies und mehr beantwortet Frank Thomas in den Folgen seiner Wasser-Serie. 

In letzter Zeit erfreut sich das Thema Trinkwasser wachsenden Interesses. Als jemand, der sein Leben der Erforschung des Wassers und der Verbreitung dieser faszinierenden Erkenntnisse gewidmet hat, freue ich mich natürlich darüber. Allerdings beobachte ich es auch mit Skepsis, denn so mancher Geschäftsmann nutzt diesen Trend aus und verkauft mangelhafte Qualität zu überhöhten Preisen. 

Es gibt fast kein Kauf-(rausch) haus mehr, das nicht versucht, seine Kundenfreundlichkeit durch Aufstellen eines Wasserspenders zu dokumentieren – wenngleich sie meist verwaist in einer Ecke vor sich hin darben. 

In Restaurants und Kneipen, die etwas auf sich halten, findet man auf der Karte mittlerweile (neben Dutzenden von Wein- und Biersorten) sogar schon drei oder vier verschiedene Mineralwässer – in Anbetracht eines Angebotes von über 350 Sorten allein auf dem deutschen Markt zwar wenig, aber immerhin tut sich etwas. Exklusives Tafelwasser wird sich bald zum Trendprodukt und Statussymbol entwickeln. Schon jetzt ist keine Quelle, kein Gletscherbach, wie hoch und weit sie auch entfernt sein mögen, mehr sicher. Bestimmt werden sie bald als letzten Schrei (der gequälten Erde) das Wasser noch aus dem Himalaja oder aus der Antarktis („garantiert zwei Millionen Jahre alt“) heranfliegen, denn für den fitnessstudiogestählten Managerkörper ist ja nur das Beste gut genug.

Der Esoterik-Boom der letzten Jahre hat das Wasser-Business noch um eine Dimension erweitert: Der ahnungslosen Hausfrau („wenn’s schön macht“) und dem gutgläubigen Esoteriker („alles ist Schwingung“) verkauft man jetzt ein Plastikrohr – mit einem Magneten, einer Kupferspule und etwas Quarzmehl gefüllt – als „die neue Dimension der feinstofflichen Trinkwasseraufbereitung“ – die macht angeblich aus jeder Leitungskloake Quellwasser. Wer’s nicht spürt, ist noch nicht erleuchtet genug! 

Das alles zum phantastischen Einführungspreis („die Firma gibt's erst seit ein paar Wochen ...“) von etwa zwei Nettogehältern („das muss einem die Gesundheit schon wert sein“).

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Wasser - ...du selbst bist das Leben! ...du bist der köstlichste Besitz der Erde.

Antoine de Saint-Exupéry (1900-1944) franz. Schriftsteller

Seit einiger Zeit preisen nun, neben der bereits reichlich unsachlichen Werbung der Mineralwasserhersteller, auch noch die Wasserversorgungsunternehmen, mit meist noch weniger qualifizierten Behauptungen, ihr Leitungswasser als Garant für Gesundheit und Wohlbefinden an.

Vielleicht liegt es ja an meinem Namen, aber ich tendiere dazu, umso weniger zu glauben und umso kritischer zu hinterfragen, je lauter und öfter etwas behauptet wird. Rechnen wir einmal durch: Der Durchschnittsdeutsche verbraucht pro Tag etwa 150 l Trinkwasser. Wenn er nun – überzeugt von der Werbung – auf den Kauf von Flaschenwasser verzichtet und etwa 2 Liter Leitungswasser mehr pro Tag verbraucht, ist das nicht einmal eine Steigerung von einem Prozent. Viel wahrscheinlicher ist, dass die Verbraucher in dem Bewusstsein, dass das Leitungswasser besonders hochwertig ist, noch sparsamer damit umgehen. Gemessen am zu erwartenden Mehrumsatz sind die Werbeausgaben der Stadtwerke enorm – die Imageverbesserung lässt man sich etwas kosten. Warum nur?

Verständlich wird die Sache schnell, wenn man weiß, dass vor einigen Jahren im Verlauf eines Prozesses am Oberverwaltungsgericht Münster konstatiert wurde, die Bezeichnung „Trinkwasser“ für Leitungswasser sei eigentlich gar nicht mehr sachgerecht – richtig müsse es „hygienisiertes Brauchwasser“ heißen!  Würden Sie „unser Lebensmittel Nr. 1“ unter diesem Namen noch trinken wollen? Haben uns die Stadtwerke in der Vergangenheit nicht versichert, dass Leitungswasser auch beim Genuss von mehreren Litern täglich über viele Jahrzehnte hinweg keinerlei gesundheitsschädliche Wirkungen hat? Was, wenn nun die Kunden sich von ihrem Arzt das Gegenteil attestieren lassen und versuchen, die Wasserversorger nach dem erweiterten Produkthaftungsgesetz haftbar zu machen? 

Nicht, dass derartige Bestrebungen in unserem System irgendeine reelle Chance auf Erfolg hätten – man hat sich vorher rechtlich genau abgesichert, und falls ein cleverer Anwalt doch eine winzig kleine Lücke in den Gesetzen finden würde, dann würde man entweder das Verfahren um Jahrzehnte hinauszögern, ein Dutzend Gegengutachten so genannter „unabhängiger wissenschaftlicher Institute“ (nun ja, wer's glauben mag...) erstellen lassen oder kurzerhand den Streitwert des Prozesses in die Höhe von mehreren Millionen treiben, so dass sich kein Privatmann mehr die Anwaltskosten leisten kann. Falls das alles nichts helfen würde, bliebe noch die sensationelle „Enthüllung“ in der BLÖD, dass der Kläger der Scientology angehöre, antisemitische Parolen an Häuserwände schmiere, mal in psychiatrischer Behandlung war und außerdem schwul ist oder alles zusammen (entsprechende Beweise zu erbringen hat man freilich nicht nötig).

1980 wurde der heute als „Wasserdoktor“ berühmt gewordene Arzt Fahridun Batmanghelidj vom iranischen Revolutionsgericht des Ayatollah Khomeini zum Tode verurteilt und ins Gefängnis geworfen. Während seiner Gefangenschaft kümmerte sich der damals 49-Jährige um Insassen und Gefängnisangestellte.

Weil die Medikamente rar waren, musste er sich mit jenen Hilfsmitteln begnügen, die zur Verfügung standen. So begann er, sich für die medizinische Wirksamkeit des Wassers zu interessieren – und seine damit erzielten Erfolge sprachen sich im Gefängnis schnell herum. 

Das rettete ihm schließlich das Leben. Batmanghelidj hatte zu seiner Verteidigung den Bericht über die Behandlung von Magengeschwüren mit Wasser vorgelegt. 

Die Richter waren sehr beeindruckt und die revolutionären Garden sahen ihn plötzlich nicht mehr als störendes, sondern als wertvolles Element der neuen Gesellschaft an.

Nachdem der Wasserdoktor 1982 aufgrund seiner Verdienste für das iranische Volk aus dem Gefängnis entlassen wurde, floh er wenig später nach Amerika, wo er die „Foundation for the Simple in Medicine“ gründete (Stiftung für die Einfachheit in der Medizin), um seine Forschungen über die Heilwirkung des Wassers fortzusetzen. Fahridun Batmangheldj starb 2004 in den USA. 

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Ich habe schon unzählige Male erlebt, dass der Kampf gegen Gesetzesmühlen ein anstrengendes und wenig einträgliches Unterfangen ist. Trotzdem kann man auch im Kleinen etwas bewirken: Für den Anfang reicht erst einmal ein Brief an die Stadtwerke, mit der Bitte, die Unschädlichkeit des Leitungswassers schriftlich zu garantieren, was man logischerweise nie tun wird. Dann folgt der zweite Brief: Wenn man es nicht mehr gefahrlos trinken kann, dann ist die Bezeichnung „Trink“-Wasser irreführend, wettbewerbsrechtlich sogar das Fehlen einer zugesicherten Eigenschaft. Also sind die Stadtwerke zur Nachbesserung verpflichtet, was technisch gar nicht möglich ist. Daher bleibt Ihnen als Kunde das Recht auf Preisminderung: Kürzen Sie einfach die Wasserrechnung um einen Betrag, der Ihnen angemessen erscheint,  zum Beispiel die Kosten für Mineralwasser im selben Zeitraum. Wenn die Stadtwerke sich in Zukunft jede Woche mit ein paar Hundert solcher Briefe herumschlagen müssen, wird vielleicht die nächste Werbekampagne etwas sachlicher gehalten und wir sind der Wahrheit mal wieder etwas näher gekommen. Allerdings verbessert sich dadurch die Wasserqualität selbst noch nicht. Was kann man denn nun diesbezüglich tun? Die Antwort auf diese Frage ist nicht einfach.

Wie eingangs schon erwähnt, ist das Thema so komplex, dass wir dazu mehrere Artikel in den kommenden Depeschen veröffentlichen werden. In den nächsten beiden Folgen werde ich ein wenig auf die naturwissenschaftlichen Grundlagen eingehen – tut mir leid, aber etwas Chemie und Physik muss sein! Anschließend wollen wir uns das Wasser im Stoffwechsel von Pflanze, Tier und Mensch einmal näher ansehen, um herauszuarbeiten, welche Eigenschaften das Trinkwasser haben sollte, damit es unserer Gesundheit förderlich ist. 

Erst danach ist es sinnvoll, sich Gedanken zu machen, wie wir an „gutes“ Trinkwasser kommen und welches wir besser meiden.

Für den Anfang kannst Du jedoch – getreu dem Motto der Depesche – sofort und ganz einfach zu einer spontanen Verbesserung Deiner Situation beitragen: Welches Wasser Du auch immer trinken magst, trinke mehr davon! 

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Die Wahrung des Wassergeheimnisses ist auch ein Mittel, um dem Gelde die Zinskraft zu sichern. Der Zins gedeiht nur in der Mangelwirtschaft ... Die Wahrung des Geheimnisses Wasser ist daher das größte Kapital des Kapitals, und aus diesem Grunde wird jeder Versuch, der dieser Klärung dient, rücksichtslos im Keime erstickt.

Viktor Schauberger [1885-1958] österreichischer Ingenieur, Wasserforscher, Erfinder.

Wusstest Du, dass fast alle Menschen an chronischem Wassermangel leiden? Das heißt, sie trinken viel zu wenig. Unser Körper besteht zu etwa drei Vierteln aus Wasser! Wasser in ausreichender Menge ist eine wesentliche Voraussetzung für die Gesundheit des Menschen. Fast alle sog. „Zivilisationskrankheiten“ werden durch diesen Wassermangel zumindest entscheidend mit verursacht, bzw. bei reichlichem Wassertrinken deutlich gelindert. 

Nun weiß ja jeder, dass man viel trinken soll, doch die wenigsten wissen, dass „Flüssigkeit“ nicht gleich Wasser ist. Limonaden, Fruchtsäfte, Milch, Kaffee und Tee oder Bier und Wein sind kein Ersatz für Wasser – im Gegenteil.

Insbesondere zucker-, coffein- und alkoholhaltige Getränke erhöhen den Wasserbedarf des Körpers zusätzlich. Bei all den anderen Faktoren: Stress, Umweltverschmutzung, chemische Zusatzstoffe in der Nahrung und viele mehr müssen etwa 1,5 – 2 Liter reines Wasser am Tag als Minimum angesehen werden. Wer auf seine Lasterchen nicht verzichten kann, soll wenigstens viel trinken. In Zukunft morgens vor dem Duschen erst mal eine Dusche von innen: Einen halben Liter Wasser (lauwarm geht’s schneller runter). Bei der Arbeit: alle Stunde ein großes Glas Wasser, dafür vor und zum Essen nur ganz wenig. Und sonst: Für jede Tasse Kaffee drei Glas Wasser, für ein Glas Wein oder Tee zwei Glas Wasser zusätzlich. Falls Du alle Viertelstunde auf Toilette musst, sei froh, da kommt jede Menge „Dreck“ raus! Bis zum nächsten Artikel, viel Spaß und Erfolg,

Frank Thomas

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Von am 08.01.2024


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