Selbstlosigkeit
Ein Artikel aus dem Themenheft „Das Glücksprinzip“
Der Name unserer heutigen Tugend „Selbstlosigkeit“ – der Dreh- und Angelpunkt der DVD aus Dep. 21/2006 „Die Freiheit der Wahl“ – wird häufig falsch verstanden, was unter anderem daran liegt, dass der Begriff an sich schlecht gewählt ist. Selbstlosigkeit bedeutet keinesfalls zwingend, wie der DUDEN meint, „zu Opfern bereit zu sein“. Und auch nicht, wie das Wort an sich nahe legt, dass man „ohne Selbst“ sein, „sein Selbst“ aufgeben oder ausschließlich für andere da sein müsse. Und nirgendwo steht geschrieben, dass man, um selbstlos zu sein, zu einer Mutter Theresa, einem Martin Luther King oder einem Mahatma Ghandi werden müsse.
Gleichzeitig aber ist Selbstlosigkeit eine wichtige Tugend und ein entscheidender Faktor für Erfolg oder Misserfolg, für Freude oder Leid, für Glück oder Unglück im Leben. Was also ist sie? Werfen wir zur Beantwortung dieser Frage einmal einen ausführlichen Blick auf das Leben im Allgemeinen …
Der Mittelpunkt
Zweifelsohne bildet Ihr Selbst den Mittelpunkt Ihres Lebens. Sie tun, was Sie tun, großteils für sich selbst bzw. unter dem Blickwinkel des langfristigsten und bestmöglichsten Nutzens für Sie selbst. Sie besitzen eine eigene Identität und Individualität, einen eigenen Körper, haben eigene Interessen, Hobbys, Ziele und Besitz usw. – nichts verkehrt damit – doch ist das wirklich schon alles? Oder gehört „noch ein bisschen mehr“ zum Leben?
Tatsächlich wäre derjenige, der alles rein ausschließlich für sich selbst täte, kein Mensch, ja, er wäre noch nicht einmal ein Tier. Denn selbst aggressivste Raubtiere überleben nicht alleine, sondern als Rudel/Rotte – und selbst bei Raubtieren gibt es Familien. Wie sonst sollte sich ihre Art erhalten?
Im Tierreich wird auch noch viel klarer ersichtlich, dass ein Versagen, die Familie oder das Rudel zu unterstützen, unmittelbar zu einer Gefährdung des eigenen Überlebens führt. Wer hierfür einen anschaulichen Beleg wünscht, schaue sich den sehenswerten Naturfilm „Die Reise der Pinguine“ an (Videothek).
Überleben als Familie
In unserer modernen, hoch technisierten Welt kommen uns oft die elementarsten Grundlagen des Daseins abhanden, dennoch sollte auch für heutige Zivilisationsmenschen noch ersichtlich sein, dass es außer dem Überlebensdrang des Individuums auch noch den weiteren Drang gibt, ein von Liebe getragenes, partnerschaftliches Verhältnis mit einem Vertreter des anderen Geschlechts einzugehen und Nachkommenschaft großzuziehen. Was ist das zentrale Element dieses Dranges? Es ist der Impuls, eine Zukunft zu erschaffen und den Fortbestand der Art zu sichern. Partnerschaft, Lebensgemeinschaft, sinnvolle Aufgabenteilung, Kreativität, Sex, das Heranziehen von Kindern, für einander da zu sein – ohne diesen zweiten Antrieb im Dasein unserer Art wäre die menschliche Rasse binnen dreier Generationen ausgestorben. Und wenn wir das Leben von Menschen untersuchen, die ohne die Geborgenheit eines schützenden Heims, ohne sicheres Elternhaus aufgewachsen sind, stellen wir zudem fest, dass eine solche Kindheit dazu tendiert, Narben zu hinterlassen.
Auch der Begriff „Geschlechtsleben“ an sich ist interessant. Legt er doch nahe, dass es sich beim Geschlechtlichen um eine Art eigenständigen Lebens handelt. Werfen Sie einen Blick auf das Leben von Teenagern aller Zeiten und Länder: Worum geht es in diesem Lebensabschnitt praktisch ausschließlich? Was interessiert junge Männer? Was ist das Gesprächsthema? Der Fokus ihres Lebens? Natürlich Mädchen! Und bei Mädchen kaum anders mit Jungs! Wie viele Gedichte, Schlager, Dramen, Romane, Fernsehschnulzen und Spielfilme behandeln das Thema Liebe? Wozu ist eine Mutter bereit, wenn es darum geht, das Leben ihres Kindes zu verteidigen? Wie viele haben sich von einem gebrochenen Herzen nie wieder erholt, wie viele wählten aus Liebeskummer gar den Freitod?
Die Liebe, die Familie und das Geschlechtliche scheinen derart das Thema zu sein, dass manche Denker in diesem Impuls sogar den Antrieb im Dasein schlechthin ausmachen wollten. Sigmund Freud beispielsweise vertrat in seiner Libidotheorie (Libido [lat.]: Lust, Begierde) die Ansicht, dass alles, was der Mensch tue, durch sexuelle Lust motiviert sei. Während Sex sicher ein starker Drang ist, repräsentiert Freuds Sichtweise aber eben so sicher nur einen kleinen Teil der Gesamtansicht.
Halten wir also fest: Die erste Antriebskraft im Leben ist der Drang zum Dasein als individuelles Selbst, und die zweite, der Drang zum Dasein in Form einer Partnerschaft von Mann und Frau. Dazu gehören die Familieneinheit, Sex, das Gründen einer eigenen Familie, Kinder zu bekommen und aufzuziehen, und somit eine Zukunft für die Art zu erschaffen.
Wir stellen zudem fest, dass jemand nicht glücklich ist, wenn einer dieser Lebensantriebe bei ihm blockiert ist. Der Mensch strebt nach Partnerschaft und ist unglücklich, wenn er im Zuge dieses Strebens Misserfolge erleidet. Doch ebenso unglücklich ist jemand, der zwar eine Partnerschaft, dafür aber kein eigenes Leben hat, sich selbst, seinen Körper und seine eigenen Interessen vernachlässigt, keine eigenen Hobbys pflegt oder Ziele und Interessen verfolgt. Beide Lebensbereiche müssen ausgewogen gepflegt werden, sich im Einklang miteinander befinden und harmonisch zusammenwirken sowie fortdauernd neu und aktiv erschaffen werden.
Zweifelsohne bildet Ihr individuelles Selbst den Mittelpunkt Ihres Lebens – doch das Leben, IHR Leben, umfasst noch weitaus mehr als den Drang, für Sie selbst das Bestmögliche zu erreichen.
Überleben in der und durch die Gemeinschaft
Zweifelsohne gibt es aber noch eine dritte Triebfeder im Leben, denn tatsächlich ist der Mensch auch noch eine Art „Herdentier“, braucht die Zugehörigkeit zur Gruppe, zu einer Gemeinschaft, die ihn trägt und zu der er beiträgt. Dies umfasst den Freundeskreis, Teams, Clubs, Vereine, Unternehmen, eine regionale, politische oder kirchliche Gemeinde sowie die Zugehörigkeit zu einem Volk.
Obwohl man den Deutschen seit gut 60 Jahren offiziell verboten hat, ein Volk zu sein (der Deutsche war nicht mehr Teil eines Volkes, sondern nur noch Teil einer Bevölkerung) und obwohl er erst recht nicht mehr stolz darauf sein durfte, ein Deutscher zu sein, erkennen wir im Fußball-WM-Jahr 2006, wie sehr dieser Impuls in den Menschen dennoch weiterlebt.
Doch jeder Mensch gehört nicht nur zu einem Volk, sondern auch zu einer regionalen Gemeinschaft. Fragen Sie einmal einen Franken, ob er „Bayer“ sei oder einen Düsseldorfer, ob Düsseldorf zum „Pott“ gehöre – bzw. fragen Sie besser nicht! Und übrigens, hier bei uns in Kirchheim ist man auch noch „Kirchheimer“ – und sogar stolz darauf :-)
Und wo arbeiten Sie? Auch das ist eine Gruppe – ohne dieses „Rudel“ hätten Sie kein Geld, oder? Sie tun also etwas für die Gruppe – wenn es eine gute Gruppe ist, tun Sie es sogar sehr gerne – und die Gruppe tut etwas für Sie. Sie bezahlt Ihnen ein Gehalt. Dieses Gehalt ermöglicht Ihnen wiederum Ihr individuelles Leben, aber auch das Überleben Ihrer Familie.
Auch der Staat ist eine Gruppe. Er ermöglicht Ihren Kindern (von der Qualität einmal abgesehen) eine Schulausbildung. Das Gesundheitswesen, das soziale Netz, die Altersvorsorge – im Grunde alles Dinge, die das Überleben der Volksgemeinschaft sicherstellen sollen. Einer für alle, alle für einen.
Selbst so etwas, wie die Verteilung jener DVD, die Depesche-21 beilag, wäre ohne eine Gruppe undenkbar. Sogar wir als Depeschenbezieher sind also eine Gruppe. Uns verbindet das gemeinsame Ziel der Verbesserung von Zuständen.
Um es in einem kurzen Satz zu sagen: Dieser dritte Drang zum Dasein als Gruppe ist sogar noch wichtiger als der zweite, denn würde sich der Mensch nicht in Gruppen organisieren, mit Hilfe derer Aufgaben bewältigt werden, die Individuen alleine niemals zustande bringen könnten, wäre die menschliche Rasse binnen weniger Monate ausgestorben. Denken Sie einmal darüber nach. Definitiv also gibt es einen dritten Überlebensimpuls im Menschen, nämlich den Drang, als Gruppe Überlebensaufgaben zu meistern, die sonst niemals vollbracht werden könnten.
Zusammengefasst:
Lebensantrieb 1: Existenz als individuelles Selbst.
Lebensantrieb 2: Existenz als von Liebe getragene Partnerschaft, Familiengemeinschaft – beinhaltet Ehe, Sex, Kinder als Weg, um eine bessere Zukunft zu schaffen und den Erhalt der Art zu gewährleisten.
Lebensantrieb 3: Existenz im Team und als Team, im „Rudel“, als Gruppe, Verein, Gemeinschaft, Firma, Nation usw., um so höhere, größere Überlebensziele zu erreichen, die von Einzelnen alleine nicht bewältigt werden könnten.
Wie unglücklich oder verzweifelt Menschen sind, die aus einer Gruppe oder gar aus der Gemeinschaft ausgestoßen werden, sagt uns einerseits, wie stark dieser Impuls ist und wie groß der Schmerz bei Versagen andererseits sein kann.
Zeigen Sie mir einen Menschen, der sich gezielt aus Gruppen zurückzieht, sich von ihnen fernhält, nichts damit zu tun haben möchte und Sie zeigen mir einen Menschen, bei dem es sowohl in der Partnerschaft als auch im individuellen Leben Schwierigkeiten gibt. Diese drei Lebensbereiche gehören zwingend zusammen. Und ein Mensch ist nicht vollständig, nicht heil, bei dem auch nur einer der Bereiche nicht funktioniert. Erfolgreiche Konzerne haben dies übrigens seit längerem erkannt. Sie beschäftigen nur Mitarbeiter in wichtigen, verantwortungsvollen Führungspositionen, die glücklich verheiratet sind und ihr persönliches Leben gut im Griff haben. Tatsache – und sie wissen sehr genau, warum sie dies tun!
Es gibt also diese drei zentralen Motive im Dasein – und damit ein Mensch erfolgreich, gesund und glücklich sein kann, müssen alle drei Antriebe des Daseins aktiv gelebt, gepflegt und gestaltet werden – und sich im Einklang befinden.
Niemand überlebt alleine. Der Mensch fühlt sich nur in einer Partnerschaft bzw. Familie wohl, in der Liebe und gegenseitiger Respekt vorherrschen.
Dies steht im Widerspruch zum modernen Zeitgeist, der uns weiszumachen versucht, es sei „cool“, „in“ und chic und ein Zeichen individueller Freiheit, als Einzelgänger durchs Leben zu gehen, der sich mit gelegentlichen Sexabenteuern für eine Nacht zufrieden gibt.
Im Einklang
Nehmen wir an, ein Ehemann ist überzeugter Vegetarier, der Vater der Ehefrau aber betreibt eine Großmetzgerei und unterstützt die junge Familie sogar noch finanziell, dann sind hier großes Unglück und chronische Streitigkeiten vorprogrammiert, denn die Lebensbereiche befinden sich nicht im Einklang. Richtig wäre hier, dem Vater bzw. Schwiegervater Folgendes zu sagen: „Ich kritisiere Dich nicht dafür, dass Du eine Großmetzgerei betreibst, kritisiere also Du uns nicht dafür, dass wir es mit unserer Ethik nicht vereinbaren können, das Fleisch unserer Mitgeschöpfe zu essen. Es ist freundlich von Dir, dass Du uns finanziell unterstützen möchtest, aber es passt nicht zusammen und würde uns außerdem zu Verrätern machen. Hab' also Dank für Dein Angebot, aber verstehe bitte, das wir es nicht annehmen möchten.“
Das krasseste Beispiel, das ich je erlebt habe, war ein Mann, der auf einer eigenen, groß angelegten Webseite über die BRD herzog, den Staat an allen Ecken und Enden kritisierte, ja sogar seine rechtliche Legitimation in Frage stellte ... und irgendwann stellte sich heraus, dass derjenige beamteter Lehrer in eben diesem Staate war. D.h. auf der einen Seite sagte dieser Mann, die BRD müsse abgeschafft werden, auf der anderen Seite erhielt er sein Beamtengehalt von eben dieser BRD. Auch hier herrschte also kein Einklang.
Doch es gibt noch weitere Triebfedern und Motive, weitere Lebensbereiche im Spiel des Lebens, die sich ebenfalls im Einklang mit den drei ersten Antrieben und Lebensbereichen befinden müssen.
Im Team lassen sich wichtige Überlebensziele erreichen, die durch individuelle Anstrengungen alleine niemals möglich wären. Das ist der Zweck von Gruppen, Vereinen, Verbänden, Gesellschaften und Nationen!
Das Überleben als Menschheitsfamilie
Es ist uns definitiv nicht egal, wenn zahllose Menschen in einem ganz anderen Erdteil, Tausende Kilometer entfernt durch eine Tsunamikatastrophe ums Leben kommen oder auch „nur“ ihr gesamtes Hab und Gut verlieren. Wir fühlen mit. Wir leiden mit. Wir empfinden mit, nicht wahr? Ich persönlich kenne ein gutes Dutzend (!) Menschen persönlich, die seinerzeit auf eigene Kosten nach Sri Lanka geflogen sind, ihr persönliches Leben komplett zurückgestellt haben und teilweise monatelang vor Ort waren, um den Opfern zu helfen. Warum taten diese Leute das? Sie hatten doch gar nichts davon. Sie kannten diese Menschen dort unten nicht, sie hatten keine Verwandten dort, sie hatten mit ihnen nichts zu schaffen, oder?
Warum spenden Menschen für hungernde Kinder in Afrika oder engagieren sich bei Amnesty International? Warum konnte ich manchmal der Nächte nicht schlafen, als ich von den Gräueltaten des Völkermords auf dem Balkan hörte? Ich hatte keine Freunde, Bekannten oder Verwandten in Ex-Jugoslawien!
Warum sorgen wir uns aktuell um den Krieg im Nahen Osten? Kürzen wir die Sache ab: Es gibt definitiv einen vierten Lebensantrieb: Der Mensch möchte auch als Teil der Menschheit überleben, möchte, dass die Menschheit an sich überlebt, wünscht, dass die Menschheit als Ganze glücklich und gut leben kann. Wenn es allen anderen gut geht, so profitiert auch er selbst davon. Wir gehören alle zusammen, sind alle zusammen die große Menschheitsfamilie. Wir profitieren im Idealfall voneinander, lernen voneinander und helfen einander. Wir essen Reis aus Indien, exotische Früchte aus Südamerika, trinken Tee aus Sri Lanka, kaufen Güter des täglichen Bedarfs aus China, Computer aus Korea, hören Musik aus Amerika ... Wir sind eine Menschheitsfamilie.
Stellen Sie sich vor, die Erde würde von feindlich gesinnten Außerirdischen angegriffen. Sofort würden die Menschen untereinander alle ihre Kleinkriege vergessen und als Menschheit geschlossen dem äußeren Feind gegenübertreten. Das Überleben unserer Art stünde auf dem Spiel. Erkennen Sie den Impuls, als Menschheit zu überleben? Wir sind die Menschen! Ohne diesen Impuls würden sich auch Tageszeitungen nicht verkaufen und niemand würde Nachrichten Beachtung schenken, die von Menschen in anderen Erdteilen berichten.
Auch hier gilt wieder: Alle Triebkräfte des Daseins müssen aktiv gelebt und gepflegt werden, damit der Einzelne gesund und glücklich sein bzw. damit die Menschheit als Art überleben kann. Und dies zeigt uns sofort, dass derjenige, der sich davon ausnimmt, automatisch zu einem Schmarotzer an der gesamten Menschheit wird. Wer nichts für den Erhalt der Menschheit tut, verliert nahezu zwingend sein Lebensglück, denn er mutiert zum Schmarotzer an seiner gesamten Art. Interessant, nicht wahr?
Würde die Erde von feindlichen Außerirdischen angegriffen, würden die Menschen augenblicklich alle ihre kindischen Kleinkriege aufgeben und geschlossen dem Feind entgegentreten.
Die belebte Natur
Und es gibt einen fünften Antrieb, nämlich den Drang zum Erhalt allen Lebens und aller belebten Natur auf diesem eigentlich wunderschönen Planeten.
Warum gibt es Naturschützer? Warum sind viele von uns Vegetarier, die das unermessliche Leid der Schlachttiere nicht unterstützen und den ökologischen Folgen des Fleischkonsums Rechnung tragen? Wir besitzen eine intensive, tiefe, angeborene Liebe zu Tieren und Pflanzen – also zur belebten Natur! Ein fünfter Antrieb.
Wir wollen, dass die Natur überlebt und dass Wälder, Luft, Gewässer und Weltmeere nicht verschmutzt werden, denn wir leben in Symbiose mit den Lebewesen der Flüsse, Seen, Meere, des Bodens und der Luft – mit allen Lebensformen auf der Erde. Wenn auch nur eine einzige Art ausstirbt, beeinträchtigt dies u.U. das Überleben aller anderen Lebensformen einschließlich unseres eigenen Lebens.
Stellen Sie sich nur einmal vor, alle Bienen würden aussterben – dies könnte in der Folge den Tod von Tausenden von Pflanzenarten bewirken, was wiederum die Nahrungsmittelversorgung aller Menschen und somit das Überleben Ihres Volkes, das Leben Ihrer Familie, ja sogar das Überleben der Menschheit akut gefährden würde.
Erkennen Sie, wie alles zusammenhängt, alles miteinander verbunden ist, alles zu Ihrem (!) eigenen Leben dazugehört? Nein, so etwas wie Sie als von allem isoliertes Selbst – wie uns das der Materialismus einzureden versucht – gibt es gar nicht! Wir existieren nicht getrennt von allem, sondern überleben nur als beitragender Teil des Ganzen. Und wie oben schon beschrieben, können wir auch hier festhalten, dass ein Mensch nur dann heil, glücklich und gesund ist, wenn alle fünf Antriebe ausgewogen gepflegt und jeweils aktiv kreiert werden, denn alle fünf Bereiche sind es, die unser Leben ausmachen. Und auch hier sehen wir, dass jemand, der dem Leben und Fortbestand der Natur gleichgültig gegenübersteht, automatisch zu einem Schmarotzer an allem Leben auf der Erde wird!!
Man kann sich, abgesehen davon, auch nur sehr schwer vorstellen, dass ein Mann, welcher der Existenz von Schlachthäusern und Massentierquälbetrieben kaltherzig gegenübersteht, dem es gleichgültig ist, ob der Regenwald abgeholzt wird oder nicht, ob Frauen und Kinder in der Dritten Welt ausgebeutet oder abgeschlachtet werden, gleichzeitig ein liebevoller, fürsorglicher Familienvater und zärtlicher, rücksichtsvoller Ehemann sein könnte, nicht wahr? Das Leben ist das Leben – und es besteht nicht nur aus einem individuellen Selbst, sondern aus allen vorgeschilderten, gleichberechtigten und gleich wichtigen Bereichen – und noch aus viel mehr …
Unbelebte Natur: Materie, Energie, Raum und Zeit – und das Überleben des Kosmos
Sodann sind Mensch und Natur, sechstens, auch Teil dieses Planeten, Teil dieses Universums aus Materie, Energie, Raum und Zeit.
Leben charakterisiert sich dadurch, dass freier Geist sich Materie, Energien, Raum und Zeit untertan macht. Wir erforschen den Kosmos, die Gesetze der Physik und Chemie, der Materie, der Energie, des Raumes und der Zeit. Wir erforschen unseren Planeten, den Weltraum und seine Gesetze, machen uns kosmische Energien wie z.B. die Solarenergie dienstbar – wir nutzen also auch den unbelebten Teil der Natur, um zu überleben. Wir atmen Luft und trinken Wasser. Der Boden spendet uns Nährstoffe, anderweitige Rohstoffe und Bodenschätze. All das gehört zur sechsten Triebkraft unserer Existenz.
Gar nicht wenige von uns träumen seit Kindestagen davon, den Weltraum zu erforschen und fremde Welten zu erkunden usw. Die meisten von uns glauben an außerirdisches Leben, an andere Zivilisationen im Kosmos – und Autoren wie Erich von Däniken erzielen regelmäßig Bestsellerauflagen. Kommt der Mensch von den Sternen? Kann er zu den Sternen zurückkehren? Warum befassen wir uns mit Astronomie und auch mit Astrologie? Und was hatte es zu bedeuten, dass zig Millionen Menschen gleichzeitig losheulten, als ET im Kino sagte: „Nach Haus' telefonieren!“? Warum bewegen uns Filme wie „Krieg der Sterne“ oder „ET“ überhaupt? Warum kaufen sich Menschen Fernrohre und beobachten den Himmel? Und gibt es auch nur ein Kind auf dieser Welt, das nicht von einer Sternwarte oder einem Planetarium fasziniert wäre?
Die Zerstörung unseres Planeten oder die Zerstörung der Sonne, von der wir lebensspendendes Licht erhalten, würde augenblicklich alle hiesigen Lebensformen auslöschen. Folglich ist es nur natürlich, dass in jedem Mensch der Wunsch innewohnt, die Erde, die Sonne und das Universum zu erhalten. Das ist also die sechste Triebkraft innerhalb unseres Daseins – und auch sie stellt einen wichtigen Antrieb in unserem Leben dar – so wichtig, wie alle anderen!
Die Erde ist – nicht im übertragenen Sinne gemeint, sondern wortwörtlich – ein winziges Staubkorb in den unendlichen Weiten des Universums. Allein diese kleine „Staubwolke” im Universum besteht aus Milliarden von Sonnen und aber Milliarden – möglicherweise bewohnter – Planeten.
Spiritualität
Siebtens sind wir unsterbliche, ewige, geistige Wesen. Wir interessieren uns für Spiritualität und die Gesetze des Lebens, für Philosophie, die Mysterien und die Frage des Lebens nach dem Tod und vor der Geburt, nicht wahr? Nicht wenige Menschen sind vom Impuls getragen, ihre eigenen geistigen Potentiale weiterzuentwickeln. Macht, Kraft, Fähigkeiten und Potentiale des Geistes scheinen unerschöpflicher Natur zu sein. Wir beschäftigen uns mit Fragen der außersinnlichen Wahrnehmung, der Gedankenübertragung, Fernwahrnehmung, Telekinese und Parapsychologie.
Seit Urzeiten glauben die Menschen an höhere Kräfte, an Naturgeister, Götter, an ein höheres Selbst, befragten Orakel und Wahrsager. Die Esoterikszene boomt heute wie nie zuvor. Bücher von praktisch orientierten zeitgenössischen Philosophen werden regelmäßig Bestseller. Allein von den Werken des amerikanischen Philosophen L. Ron Hubbard sind über 150 Millionen Exemplare im Umlauf – übersetzt in 65 Sprachen!! Hubbard ist der in die meisten Sprachen übersetzte Autor der Welt – mit diesbezüglichem Eintrag im Guiness-Buch der Rekorde. Ein deutliches Indiz dafür, dass der Mensch nach spirituellen Antworten sucht.
Unser geistiges Zuhause
Nicht wenige von uns tragen in ihrem Herzen die Sehnsucht nach ihrem geistigen Zuhause! Erinnern Sie sich noch daran? Denken Sie einmal an Ihr geistiges Zuhause zurück. Werden Sie nicht auch ein wenig melancholisch? Ich schon! Wenn ich Musik mache, denke ich regelmäßig an mein geistiges Zuhause. Der Drang, eines Tages wieder nach Hause zu kommen, trägt mich vorwärts und inspiriert nicht nur mich zu künstlerischem Schaffen. Nur allzu leicht vergessen wir im Westen, dass unser heutiges Zeitalter das Einzige war und ist, das die Existenz eines ewig lebenden Geistes verleugnet. In nahezu allen anderen Zeitaltern und Kulturen war man sich der Existenz des ewigen Geistes bewusst.
Trotz aller Bemühungen des westlichen Materialismus wird sich der Drang zur geistigen Freiheit, zur Erkundung der ewigen geistigen Gesetze niemals auslöschen lassen, denn der Mensch ist ein ewig lebendes geistiges Wesen von unbegrenztem Potential, unbegrenzter Macht und unbegrenzten Fähigkeiten – und der Drang, diese Potentiale auszuschöpfen und zu entwickeln und eines Tages wieder ein freier, unabhängig von einem Körper existierender Geist zu sein, der auch ohne physischen Körper etwas bewegen und Dinge verursachen kann, der Drang zum Überleben als geistiges Wesen und zum Überleben alles Geistigen ist definitiv der siebte Drang, der unsere Existenz durchschwingt.
Ein höchstes Wesen
Schließlich besitzen wir, achtens, auch noch so etwas wie ein Gottbewusstsein, ein Bewusstsein der Unendlichkeit – zumindest die meisten von uns. Es gibt einen Drang zum Dasein in unendlicher, göttlicher Liebe, ein Streben nach Verbundenheit mit der Allheit von Allem, einem höchsten Wesen, einem Schöpfer. Wie immer Sie dazu sagen möchten. Kaum eine Kultur auf dieser Welt, in der die Religion nicht eine entscheidende und das Leben der Menschen maßgeblich beeinflussende Rolle spielte. Das wäre also der achte Impuls unseres Daseins.
Worum geht es im Leben? Um bloße Selbst- bzw. Arterhaltung? Oder um die Verwirklichung von Träumen, Ideen, Vision – um das Erreichen höchster Glückseligkeit?
Nichts existiert getrennt
Alle acht geschilderten Kräfte sind Triebfedern, Antriebskräfte, Motive, d.h. sie sind es, durch die wir motiviert werden, vorwärts zu streben, Höheres, Neues, Besseres, Schöpferisches entstehen zu lassen. Es geht um weit mehr, als bloße Selbst- bzw. Arterhaltung, wie Freud meinte. Es geht um die höchsten Stufen des Daseins, um Kreativität, Visionen, Ziele, um das Erreichen der Sterne und des ewigen Lebens, ja um höchste Glückseligkeit, und alle acht Kräfte bzw. Bereiche sind das, was Ihr Leben ist, was die Einheit Ihres Lebens ergibt.
Ihre Familie ist ein Teil Ihres Lebens. Die Depesche ebenso, oder? Und Matthias Langwasser berichtete uns, wie groß das Interesse war, etwas zum Erhalt des Regenwaldes beizutragen (Depesche 15/06). Also ist sogar der Regenwald ein Teil Ihres Lebens. Nicht minder gering war die Resonanz auf die Depesche zur Rettung des gestörten Wetters ( Depesche 19/2006 ). Die Natur ist ein Teil von Ihnen. Die Sonne, die Luft, die Pflanzen usw. tragen eben so zu Ihrem Leben bei, wie jene Bienen, deren Honig Sie genießen. Alles gehört zusammen, alles trägt zueinander bei, alles ist voneinander abhängig, nichts kann getrennt vom anderen existieren. Nehmen Sie diesem Planeten das Wasser – und wenige Tage später ist alles Leben hier Vergangenheit. Das Wasser gehört also zu Ihrem Leben, wie die Luft, die Sie atmen, wie Flechten und Moose, welche höheren Pflanzen eine Lebensgrundlage bieten – wie die Bakterien, Viren und zig Billionen Zellen, die Ihren Körper bilden – und wie die Sonne, die überhaupt erst alles irdische Leben ermöglicht. Erkennen Sie die Zusammenhänge?
Die dynamischen Kräfte des Daseins
Der oben erwähnte Philosoph, Forscher und Schriftsteller L. Ron Hubbard nannte diese Triebfedern, Triebkräfte, Antriebe, Impulse, Motive im menschlichen Leben „Die acht dynamischen Kräfte des Daseins“ oder kurz „Die 8 Dynamiken“. Und auf Hubbards Charakterisierung dieser acht Dynamiken, wie er sie in einem Artikel „Die Dynamiken des Daseins“ im Buch „Einführung in die Ethik“ formuliert hat, basiert auch dieser Artikel. Hubbard definierte eine Dynamik als „eine Welle von Energie in uns, die danach strebt, das Überleben von etwas zu fördern“ und: „Das Ziel des Lebens in diesem Universum kann … folgendermaßen definiert werden: ein Bestreben, so lange wie möglich zu überleben und den wünschenswertesten Zustand, der bei diesem Überleben möglich ist, zu erreichen. […] Indem man über die Verwirrungen hinwegschaut, die das Leben oder das Dasein für die meisten Menschen bedeutet, entdeckt man, dass es acht Hauptunterteilungen gibt. Das sind die acht Antriebskräfte (Antriebe, Impulse) im Leben. Wir nennen sie die Dynamiken. Es sind Motive oder Motivationen.“
Fassen wir in den Worten von Ron Hubbard zusammen:
„Die ERSTE DYNAMIK ist man SELBST. Sie ist das Streben zum Überleben als Individuum, das Streben, ein Individuum zu sein. Das schließt den eigenen Körper und Verstand mit ein. Sie ist das Streben, die höchste Überlebensstufe für die längstmögliche Zeit für einen selbst zu erreichen. Diese Dynamik umfasst den Einzelnen und dessen unmittelbare Besitztümer. […] Hier kommt die Individualität voll zum Ausdruck.“
„Die ZWEITE DYNAMIK ist KREATIVITÄT. Kreativität ist das Schaffen von Dingen für die Zukunft, und die zweite Dynamik umfasst jede Art von Kreativität. Sie beinhaltet die Familie und das Aufziehen von Kindern sowie alles, was sich als Familienaktivität einstufen lässt. Übrigens schließt sie die Sexualität ein als einen Mechanismus, zukünftiges Überleben zu garantieren.“
„Die DRITTE DYNAMIK ist das ÜBERLEBEN der GRUPPE. Das ist der Drang zum Überleben durch eine Gruppe oder als eine Gruppe. Sie ist Gruppen-Überleben, wobei die Gruppe dazu neigt, ein eigenständiges Leben und Dasein anzunehmen. Eine Gruppe kann eine Gemeinde, Freunde, ein Betrieb, eine soziale Gruppe, ein Staat, eine Nation, eine Rasse oder kurz gesagt, jede beliebige Gruppe sein. Es ist gleichgültig, wie groß sie ist, sie trachtet danach, als Gruppe zu überleben.“
„Die VIERTE DYNAMIK ist die der GATTUNG. [...] Dies ist der Drang zum Überleben durch die ganze Menschheit und als die ganze Menschheit. [...]“
„Die FÜNFTE DYNAMIK ist 'LEBENSFORMEN'. Dies ist der Drang, als Lebensformen und mit Hilfe von Lebensformen wie Tieren, Vögeln, Insekten, Fischen und Pflanzen zu überleben. Dies schließt alles Lebendige mit ein, sowohl in der Tier- als auch in der Pflanzenwelt, alles, was direkt und ureigenst durch Leben motiviert ist. Sie ist das Streben jeglicher Lebensform nach Überleben, das Interesse am Leben als solches.“
„Die SECHSTE DYNAMIK ist [...] das PHYSIKALISCHE UNIVERSUM ... aus Materie, Energie, Raum und Zeit. Die sechste Dynamik ist der Drang des Überlebens von dem physikalischen Universum, durch das physikalische Universum selbst und mit Hilfe des physikalischen Universums und jeder seiner Komponenten.“
„Die SIEBTE DYNAMIK ist die SPIRITUELLE DYNAMIK, der Drang, als geistiges Wesen zu überleben, oder der Drang des Lebens an sich, zu überleben. Alles Geistige, mit oder ohne Identität, würde unter die siebte Dynamik fallen. [...] Ein Teil dieser Dynamik sind Ideen und Konzeptionen und der Wunsch, durch diese zu überleben. Die siebte Dynamik ist die Quelle des Lebens und ist getrennt vom physikalischen Universum. [...]“
„Die ACHTE DYNAMIK ist der Drang zum Dasein als UNENDLICHKEIT. Die achte Dynamik ist, worunter allgemein ein höchstes Wesen oder ein Schöpfer verstanden wird. Unendlichkeit [...]. Sie umfasst die Gesamtheit aller Dinge.“
Die Räder am Wagen des Lebens
Im übertragenen Sinne ließe sich somit sagen, dass der Wagen des Lebens 8 Räder aufweist – die 8 Dynamiken. Damit ein Mensch gut, glücklich und gesund durchs Leben fahren kann, müssen sich alle acht Räder im Einklang miteinander befinden, sich gleichmäßig in dieselbe Richtung drehen, also harmonisch zusammenwirken – und die Räder müssen aktiv gepflegt und gewartet werden. Zudem müssen natürlich alle acht Räder vorhanden sein – nirgendwo darf ein Loch bestehen.
Und so erkennen wir, warum es unserer ersten Dynamik (uns selbst) hilft, nützt und gut tut, wenn wir etwas für Waisenkinder in Afrika tun – vorausgesetzt, wir tun nicht nur etwas, um unser Gewissen zu beruhigen, sondern weil wir tatsächlich helfen wollen. Wir erkennen, warum Umweltschutz nicht nur ein „Hobby“ verschrobener Grüner ist, sondern blanke Überlebensnotwendigkeit. Und wir erkennen, warum es wichtiger ist, aktiv etwas zu tun, um den Ausbruch eines neuen Weltkrieges im Nahen Osten zu verhindern, als beispielsweise einen Sonntagsausflug mit der Familie zu unternehmen.
Das entspricht auch den Grundgedanken unseres Glücksprinzips: Es geht uns selbst besser, wenn wir mithelfen, dass andere ihr Leben verbessern, weil diese „anderen“ nämlich ein Teil unseres eigenen Lebens sind!! Es geht uns gut, wenn wir das Wasser, den Regenwald und die Meere schützen, weil wir, wie auch das Wasser, ein Teil von allem sind.
Im Buddhismus existiert das Bild von den „acht Speichen im Rad des Lebens“, die Folgendes repräsentieren: 1. rechte Ansichten, 2. rechtes Entscheiden, 3. rechtes Reden, 4. rechtes Handeln, 5. rechtes Leben, 6. rechtes Streben, 7. rechte Achtsamkeit und 8. rechte innere Sammlung. Das Rad wird auch als der edle, achtgliedrige Pfad zur Aufhebung des Leidens bezeichnet.
Ihre Kraft und Energie
Kürzlich fragte ein Neue Impulse Mitglied, woher ich nur all die Energie nehme, um all das zu tun, was ich tue. Nun: Wenn Sie Ihre Energie Ihrer Familie schenken, dann erhalten Sie Energie von Ihrer Familie zurück. Wenn Sie etwas für Ihre Firma tun, tut Ihre Firma etwas für Sie. Sie erhalten Energie von Ihrer Firma zurück. Wenn Sie gar etwas für Ihr Land tun, wenn Sie Ihre Energie Ihrem Volk schenken, dann erhalten Sie Energie von Ihrem Volk zurück – und Sie können sich leicht vorstellen, dass diese Energie wesentlich stärker, intensiver, geballter und machtvoller ist, als die, die Sie von Ihrer Familie erhalten. Natürlich, Sie brauchen Ihre Familie, sie gibt Ihnen Rückhalt, aber Ihre Familie besteht aus vielleicht 10, 20 oder 100 Menschen – Ihr Volk aber aus 80 Millionen. Haben Sie jene besondere Art von Energie wahrgenommen, die „unsere Jungs“ erhalten haben, als sie nach dem Spiel um den dritten Platz in Berlin eingezogen sind? Die einzige Frage bleibt nur: Was tun sie damit? Es ließe sich theoretisch sehr viel Positives damit erreichen!!
Je höher die Dynamik, desto höher die Energie. Wer also etwas tut, um das Überleben aller Menschen zu schützen, erhält Energie von der ganzen vierten Dynamik. Wer aber im Leben nur etwas tut, um sein eigenes, kleines Leben zu schützen und zu fördern, der erhält auch nur Energie von … sich selbst!! Interessant, nicht wahr?
Was bewirkt den Untergang von Ländern?
Ein erfolgreiches Überleben berücksichtigt immer alle Dynamiken. Sie können das sogar bei ganzen Ländern beobachten.
Denken Sie nur an das Beispiel von Ladakh aus Dep.18/2006 . Die Ladakhis überlebten viele Jahrhunderte hinweg blendend als integer gewachsenes Volk. Bei ihnen gab es noch eine sehr gesunde dritte Dynamik (Gruppendynamik), vor allem aber wurden die fünfte (Natur), siebte (Spiritualität) und die achte Dynamik (höchstes Wesen) noch hervorragend gepflegt. Sie kümmerten sich in vorbildlicher Weise um die Natur, waren sich ihrer Spiritualität bewusst und pflegten ihre Religiosität. Doch Ladakh hatte aufgrund seiner besonderen regionalen Lage einen Schwachpunkt auf der vierten Dynamik (Menschheit) und ein komplettes Loch auf der sechsten (Materie, Energie, Raum und Zeit).
Die Ladakhis sahen sich zu wenig als Teil der Menschheitsfamilie, übernahmen zu wenig Verantwortung für die Menschheit und lebten aufgrund der besonderen geografischen Abgeschiedenheit in den Bergen des Himalaja eher zurückgezogen. Sie hätten sich mit ihren buddhistischen Mitvölkern verbrüdern und Botschafter in die Welt entsenden können, während sie ihre Anliegen verkündeten und ihre Eigenständigkeit bewahrten. Vor allem aber vernachlässigten sie die Erforschung von Materie, Energie, Raum und Zeit (sechste Dynamik) und erzielten kaum diesbezügliche Fortschritte. Hätten sie aber eigene Forschungen betrieben und eigenen Fortschritt erzielt, dann wären die Menschen in Ladakh dem Einfall des westlichen Materialismus nicht auf den Leim gegangen und hätten ihn überstanden. Er war nur deshalb reizvoll, weil er so neu und unbekannt für sie war und so viele verlockende Erleichterungen versprach.
Oder denken Sie an die USA: Erste Dynamik gut, zweite OK, dritte ausgeprägt, lange Zeit stark auf der vierten Dynamik. Meister gar in der Beherrschung der sechsten Dynamik (Technik), etwas schwächlich auf der siebten (Spiritualität) und eben so auf der achten. Also passabler Durchschnitt. Aber Amerika hat ein klaffendes Loch auf der fünften Dynamik!! Ein Loch, das so ausgeprägt ist, dass es das „Land der Freien und Tapferen“ hinwegraffen wird! Die fehlende fünfte Dynamik ist ihr Grab!
Schon Amerikas Geschichte begann mit Ausplünderung. Heute plündern die USA ihren Boden durch riesige Monokulturen aus, plündern die Tierwelt (denken Sie beispielsweise nur einmal an die riesigen Rinderfarmen und die Massentierhaltung), verseuchen Luft und Umwelt, experimentieren mit Gentechnik herum, beuten die Bodenschätze ihrer eigenen Ländereien, aber auch die anderer Länder aus, verseuchen mit ihrem, die Natur zerstörenden Zinsgeldkapitalismus die ganze Welt und rauben Erdöl und andere Bodenschätze, wo sie nur können. Keine Polemik, sondern eine Tatsache. Heute ist Amerika der riesige Parasit auf der fünften Dynamik der Erde, die Zecke, welche die Natur unseres Planeten aussaugt. Und daran wird Amerika zugrunde gehen – einfach am Umstand, dass die Amis der fünften Dynamik keine Beachtung schenken und nicht im Einklang mit den diesbezüglichen Lebensgesetzen leben. Und da sie den Punkt, an dem Umkehr möglich wäre, bereits überschritten haben, ist ihr Schicksal besiegelt – es sei denn, es geschieht ein Wunder.
Brennende Ölfelder in Kuwait, umweltzerstörende Erdölförderung, Exxon-Valdez-Ölpest, riesige Monokulturen, Massentierhaltung und Tierquälerei, Genexperimente ... das sind nur einige wenige Schlagwörter auf dem naturzerstörenden Gesamtkonto der USA.
Oder denken Sie zurück an die alten Griechen. Perfekt auf nahezu allen Dynamiken. Meister der Philosophie und der Naturwissenschaften, hohe Lebensstandards für den Einzelnen, gutes Nationalbewusstsein, gutes Naturbewusstsein usw., eine Katastrophe auf der zweiten Dynamik. Hurerei, Promiskuität, ausufernde Homosexualität – ja, es war damals geradezu gesellschaftlich verpönt, stockschwul zu sein und einen – oder mehrere – sog. „Lustknaben“ zu haben.
Auch Japan dürfte wohl bald zugrunde gehen. Dynamik-3 ist hier zwar vorbildlich und die Dynamiken 4 bis 8 sind immer noch recht gut, die groooße Schwachstelle dort ist allerdings die erste Dynamik: Individualität ist verpönt, nur die Gruppe zählt. Der Japaner verleugnet sich selbst, setzt sich selbst herab und übt sich in Selbsterniedrigung. Auf der zweiten Dynamik grassieren sexuelle Perversionen: Masochismus, Sadismus, abartige Praktiken. An diesen beiden kaputten Rädern 1 und 2 am Wagen des Lebens werden sich die Japaner ihr Genick brechen.
»Demütigung bzw. geistige Unterdrückung durch verständnislose und egozentrische Lehrer tut schweren, untilgbaren Schaden im kindlichen Gemüte, der gar oft das spätere Leben verhängnisvoll beeinflusst.«
Albert EinsteinEs ist daher extrem wichtig, ethisches Verhalten auf allen Dynamiken an den Tag zu legen, alle Dynamiken zu berücksichtigen und aktiv zu pflegen und keine auszulassen!! Denn das Versagen, eine einzige Dynamik zu berücksichtigen, kann Ihren Untergang bzw. den Untergang ganzer Nationen bewirken. Auf der anderen Seite kann die Pflege und Beachtung aller Dynamiken einen unmittelbaren, wundergleich anmutenden Aufschwung bewirken.
Und damit kommen wir zurück zu unserer Eingangsfrage: Was ist Selbstlosigkeit?
Selbstlosigkeit
Das Gegenteil von Selbstlosigkeit wird gemeinhin „Selbstsucht“, „Ichbezogenheit“ oder „Egoismus“ genannt. Eine egoistische Handlung wäre also eine, welche die erste Dynamik in den Vordergrund stellt und alle anderen sieben Dynamiken dabei außer Acht lässt.
Es mag ja die Eintönigkeit des Alltags ein wenig in Vergessenheit geraten lassen, als Teenager mit Altersgenossen samstagnachts durch die Kneipen zu ziehen und sich vollaufen zu lassen, wenn wir eine solche Handlung jedoch analytisch betrachten, ergibt sich folgende Bilanz: Kurzfristiger Nutzen und Lustgewinn auf der ersten Dynamik, während gleichzeitig eben so viel Schaden auf derselben Dynamik entsteht. Allen anderen sieben Dynamiken wird dadurch aktiv geschadet.
Es geht also nicht darum, abzuwägen, ob die kurzfristige Freude des Alkoholgenusses den Schaden ausgleicht – abgestorbene Gehirnzellen, das Risiko, in eine Schlägerei zu geraten und sich nicht mehr unter Kontrolle zu haben bzw. sich öffentlich zu blamieren sowie die Leber seines Körpers zu schädigen usw. – es geht darum, die anderen sieben Dynamiken zu berücksichtigen, denn dann steht das Verhältnis plötzlich nicht mehr halbe-halbe, sondern: halber (kurzfristiger, vermeintlicher) Nutzen auf einer Dynamik gegenüber Schaden auf siebeneinhalb anderen Dynamiken.
Unter selbstlosem Verhalten würde man hier also verstehen, nicht auf Sauftour mitzugehen, und die Kumpels statt dessen zu einer konstruktiven Freizeitbeschäftigung einzuladen. Ist also Selbstlosigkeit etwas Schlimmes? Bedeutet sie Verzicht – oder eher sogar Gewinn?
Anderes Beispiel: Alle Kinder der Schulklasse leiden unter einem tyrannischen Lehrer. Der kurzfristige „Vorteil“, der durch artiges Schweigen vermeintlich entsteht (Vermeiden von Beschimpfung oder potentieller Bestrafung) verursacht aktiven und großen Schaden auf allen anderen sieben Dynamiken. Die Kinder sind zuhause mies gelaunt, lernen unwillig, verbinden Lernen dadurch mit Unterdrücktwerden, nehmen nichts fürs Leben mit.
Selbstloses Handeln bedeutete hier also, aufzustehen und sich zu weigern, von einem tyrannischen Lehrer unterrichtet zu werden.
Die Bedienung im Restaurant verrechnet sich und gibt aus Versehen 20 Euro zu viel Wechselgeld heraus. Wer nun auf bloß einem einzigen, wackeligen Rad durchs Leben eiert und glaubt, die erste Dynamik sei alles, was es gibt, wird sich über das zu viel erhaltene Wechselgeld freuen, es einstecken und sich keine weiteren Gedanken machen – somit also egoistisch handeln. Wer aber die obigen Prinzipien verstanden und erkannt hat, dass es mehr als nur eine Dynamik gibt, wird Folgendes in Betracht ziehen: Das Restaurant gehört zu meiner dritten Dynamik. Ich gehe gerne dorthin, weil sie das beste Essen in der Gegend zubereiten, das Restaurant kann aber nur überleben, wenn es ausreichende Mittel einnimmt. Die Bedienung muss am Abend das fehlende Wechselgeld aus ihrem eigenen Portemonnaie bezahlen, auch sie hat also einen Nachteil. Was man den Dynamiken antut, erhält man von den Dynamiken zurück, also werde auch ich einmal um 20 Euro betrogen werden. Wenn man etwas tut, was man selbst aber nicht gerne erleben würde, dann hat man ein schlechtes Gewissen. Also werde ich künftig immer dann, wenn ich in dieses Restaurant oder auch nur an ihm vorbei gehe, ein schlechtes Gewissen haben. Lohnt sich das wirklich für mickrige 20 Euro? Ich werde mich selbst immer ein bisschen wie ein Betrüger fühlen, und das kann sogar meine zweite Dynamik negativ beeinflussen. Selbstloses Handeln bedeutet hier also, die Bedienung auf ihren Fehler aufmerksam zu machen, ein reines Gewissen zu behalten, sich gut zu fühlen. Hat dies etwas damit zu tun, „Opfer zu bringen“, „Mutter Theresa zu sein“? Oder ist es angenehm, künftig freundlich angelächelt zu werden, wenn man ins Restaurant kommt und zuvorkommend bedient zu werden? Ist das Verzicht oder Gewinn?
»Der Egoist fühlt sich von fremden und feindlichen Erscheinungen umgeben, und alle seine Hoffnung ruht auf dem eigenen Wohl. Der Gute lebt in einer Welt befreundeter Erscheinungen.«
Arthur SchopenhauerBeispiel: Ein Familienvater ist selbständiger Architekt. Er erhält einen Großauftrag für ein Hotel, das modernsten baubiologischen Anforderungen gerecht werden soll, einen Auftrag, der ihm, wenn er gut erledigt wird, Türen für viele weitere ökologische Großprojekte öffnen wird. Der Haken: Die Entwürfe und Pläne müssen kurzfristig vorgelegt werden.
Der Architekt nimmt den Auftrag an. Und obwohl er seiner Frau und seinen Kindern hoch und heilig ein Badewochenende versprochen hat, sagt er dieses nun ab und arbeitet dafür das Wochenende durch. Er schläft kaum, hat Ringe unter den Augen, isst zu wenig, trinkt literweise Kaffee, strapaziert seinen Körper und seine Augen, indem er nächtelang in den PC-Bildschirm starrt.
Rechnen wir zusammen: Sein Verhalten schadet seiner ersten Dynamik, schadet kurzfristig auch seiner zweiten Dynamik (kein Badeurlaub, keine Zeit für Frau, Sex und Kinder), aber es nutzt der dritten Dynamik langfristig. Das Hotel setzt baubiologische Maßstäbe und hat Vorbildfunktion für andere Architekten. Mehr Erfolg als Architekt bedeutet zudem, bessere Kontakte, bessere Aufträge in der Zukunft und damit sowohl für die erste als auch für die zweite Dynamik ein großer langfristiger Überlebensnutzen! Der Architekt handelt also richtig und er handelt SELBSTLOS, denn er stellt seine erste Dynamik nicht VOR die anderen Dynamiken. Er rechnet den größten Nutzen für die größte Anzahl an Dynamiken zusammen.
Damit das Leben funktioniert, muss jedoch nicht „nur“ der größte Nutzen für die größte Anzahl an Dynamiken berücksichtigt werden, sondern auch die Faktoren der Langfristig- bzw. Kurzfristigkeit – und alle Antriebe im Dasein müssen harmonisch zusammenpassen (!) und aktiv gelebt, gepflegt, kreiert und gestaltet werden.
Wenn der Architekt also andauernd seine Arbeit über sich selbst und die Familie stellt, also aufhört, seine ersten beiden Dynamiken zu pflegen und aktiv zu gestalten, wird er über kurz oder lang scheitern.
Die richtigste Entscheidung in jeder gegebenen Situation ist die, welche allen acht Dynamiken den langfristigsten, besten Nutzen bei gleichzeitig geringst möglichem Schaden bringt.
Weitere Beispiele
Hans Müller, Ingenieur in einem mittelständischen Unternehmen, ersehnt sich – vorrangig wegen der besseren Gehaltsaussichten – den Posten des Entwicklungsleiters. Gleichzeitig weiß er, dass Kollege Schulze wesentlich begabter und aufgrund guter Führungsqualitäten und allgemeiner Beliebtheit und für alle sichtbar besser geeignet für den Posten wäre. Zudem engagiert sich Schulze ganz besonders für nachhaltige, umweltschonende, neue Technologien, worin Müller selbst kein Experte ist. Als nun der alte Entwicklungschef in den Ruhestand geht, wird Müller vom Chef gefragt, ob er den Posten übernehmen möchte. A) Selbstsüchtige Antwort: „Ja, das möchte ich gerne!“
B) Selbstlose Antwort: „Ich bedanke mich für Ihr Vertrauen in mich und möchte den Posten auch gerne übernehmen – Sie wissen, dass ich meine Arbeit gut mache – es wäre aber Ihnen und der Firma gegenüber unfair, das Folgende zu verschweigen: Es gibt den Mitarbeiter Peter Schulze, der hervorragende Fähigkeiten aufweist und besonderen Fleiß an den Tag legt. Wenn Sie sich für mich entscheiden, verspreche ich, mein Bestes zu geben, wenn Sie sich für Herrn Schulze entscheiden, bin ich aber ebenfalls einverstanden und werde ihn unterstützen, weil ich meine, dass dies durchaus zum größten Wohl unserer Firma gereicht!“
Wenn es wahr ist, dass Schulze die deutlich bessere Wahl ist, dann hat Müller trotz Antwort B das bessere Los gezogen. Warum? Weil dann seine Firma insgesamt besser floriert und expandiert, weil sie dann bessere Produkte hervorbringen und mehr für die Umwelt tun wird, und somit auch Müllers Arbeitsplatz gesichert ist. Außerdem wird der Chef von Müllers selbstloser Antwort derart angetan sein (vorausgesetzt, er ist ein kluger Mann), dass er, obwohl er den anderen befördert, Müller dennoch eine Gehaltserhöhung geben und ihn künftig als loyalen Mitarbeiter schätzen wird. Können Sie erkennen, dass Selbstlosigkeit in Tat und Wahrheit nichts mit Opferbringen und Verzicht zu tun hat – sondern mit der besten Lösung im Sinne aller Dynamiken?
Man steckt möglicherweise auf der ersten Dynamik zurück, gewinnt aber auf den anderen sieben. Anders ausgedrückt: Ein Achtel des eigenen Lebens verzichtet auf einen kurzfristigen Vorteil, damit die anderen sieben Achtel des eigenen Lebens hinzugewinnen. Ihr Leben besteht aus acht Teilen!! Mit einem Rad alleine lässt sich schlecht durchs Leben fahren.
Selbstlosigkeit bedeutet also, die erste Dynamik nicht über alle anderen zu stellen, sondern vernünftig im Sinne und zum Nutzen aller Dynamiken und Lebensbereiche zu handeln.
Ein Mensch ist nur dann „unheil“, krank und/oder unglücklich (was dasselbe ist), wenn er einzelne Dynamiken in seinem Leben nicht berücksichtigt, sich an ihnen versündigt, sie ignoriert, ausklammert und somit ein „Loch“ in seinem Leben hat, ihm also ganze Räder im Wagen seines Lebens fehlen.
Der Konzern Monsanto verkauft genmanipuliertes Saatgut, das Pflanzen hervorbringt, die ihrerseits unfruchtbare Samen tragen. Jedes Jahr muss von den Bauern neuer Samen gekauft werden. Ein typisches Beispiel für selbstsüchtiges Verhalten seitens Monsanto. Diese Vorgehensweise nutzt nur Monsanto – aber auf lange Sicht nicht mal ihnen, denn niemand weiß heute, welches Schadenspotential Genpflanzen langfristig aufweisen. Genetische Verunreinigung wird ein einziges Mal ausgebracht und verbreitet sich von da an explosionsartig weiter. Es werden also unumkehrbare Tatsachen geschaffen mit unabsehbaren Folgen für die Zukunft.
Oder denken Sie an die entsetzliche Vergiftung des Bodens, des Grundwassers und der Flüsse bzw. an die Ermordung von ganzen Indiostämmen usw., die durch Gold abbauende Konzerne billigend in Kauf genommen oder gar aktiv verursacht werden ( Dep. 23/24/2006 ). Kurzfristiger Nutzen auf einer Dynamik, langfristiger Schaden auf sieben anderen. Die einzige Frage lautet hier nur noch: Wie dumm kann man eigentlich noch handeln?
Und weil die Großen in Politik und Wirtschaft uns laufend selbstsüchtiges Verhalten vormachen, neigen die Menschen dazu, dies in ihrem privaten Leben nachzuahmen. Doch das ist eine glatt asphaltierte, achtspurige Schnellstraße in die Hölle! Denn der einzig mögliche Weg zu Lebensglück und Erfolg besteht darin, bei allen Handlungen im Leben das Wohl aller acht Dynamiken zu berücksichtigen, d.h. die erste Dynamik nicht überzubetonen, sondern die anderen sieben Dynamiken gleichgewichtig zu beachten. Und damit haben Sie heute ein weiteres Geheimnis für ein glückliches Leben in der Hand. Faszinierend, oder?
Es gibt immer einen Weg, wie es geht
Es gab da jemanden, der bestand nach Lektüre von Teil-1 des Glücksprinzips ( Depesche 16/2006 ) darauf, dass er nicht genug Geld hätte, um nicht bei ALDI o.ä. einzukaufen. Er sei dazu gezwungen, sein Geld zum Discounter zu tragen, um lebensschädigende Ausbeuterprodukte zu erwerben. Erste Frage: Warum hat derjenige so wenig Geld? Zweite Frage: Was täte er, wenn es ALDI und Konsorten gar nicht gebe? Wenn wir wissen, dass für ALDI-Schrimps wertvolle Naturparadiese und Mangrovensümpfe vernichtet werden und sie trotzdem einkaufen, dann handeln wir selbstsüchtig – und dann müssen wir auch die Konsequenzen unseres Verhaltens ertragen, wie z.B. die, nicht genügend Geld in der Tasche zu haben! Zu wenig Geld zu haben ist hier nicht die Ursache, sondern die Folge des eigenen, selbstsüchtigen Verhaltens!!
Wenn wir wissen, dass für die „Erzeugung“ von Rindfleisch Wälder in der Dritten Welt abgeholzt werden, um Soja als Futtermittel für unsere Rinder anzubauen, wenn wir weiter wissen, dass für jedes Kilo Rindfleisch 160 Menschen im Ursprungsland des Soja ernährt werden könnten, dass für jedes Kilo Fleisch Hunderte Liter Grundwasser verseucht werden – von der Luftverpestung und anderen Katastrophen gar nicht gesprochen (Depesche 12/2006 über die ökologischen Folgen des Fleischkonsums), dann besteht Selbstlosigkeit darin, Rindfleisch künftig zu meiden.
Doch auch hier ist Selbstlosigkeit keineswegs Verzicht, sondern Gewinn. Denn wie viel Lebensqualität gewinnen wir durch das Bewusstsein hinzu, nicht an der Zerstörung der Erde sowie an maßloser Tierquälerei beteiligt zu sein? Und plötzlich entdecken wir, dass es viel schmack- und vor allem nahrhaftere Gerichte gibt, wenn wir fleischlos speisen.
Wer bereit ist, den ersten Schritt zu wagen, stellt fest: Es gibt immer einen Weg – man muss ihn nur gehen.
Durch Selbstlosigkeit gewinnen alle
Ziehen Sie also in Ihren Handlungen immer das Wohl aller Lebensbereiche in Betracht, denken Sie an die anderen sieben Bestandteile und Motive in Ihrem Leben. Dann schlagen Sie damit eine sichere Schnellstraße zu Lebensglück, Gesundheit und Erfolg ein, dann sind Sie automatisch Beispiel und Vorbild für andere – und dann handeln Sie ganz automatisch selbstlos. Und diese Selbstlosigkeit ist ein glückseliger Hochgenuss – für alle!!
Und nun, nachdem Sie wissen, was Selbstlosigkeit wirklich ist, wünsche ich Ihnen viel Freude beim erneuten Betrachten der DVD „Die Freiheit der Wahl“.
Wie würde sich uns die Welt präsentieren, wenn alle Menschen alle ihre Dynamiken gleichermaßen berücksichtigen würden und nicht nur immer an ihre erste Dynamik dächten? Können Sie sich das Paradies vorstellen? Die wenigen Unterdrücker und Ausbeuter wären dann völlig machtlos. Und das ist auch der Grund, weshalb gewisse Kreise der Zerstörung Ihrer Dynamiken aktiv zuarbeiten. Der moderne, westliche Materialismus versucht, den Menschen auf Dynamik-1 (oder noch weniger) zu reduzieren, indem er uns über Schulausbildung und Massenmanipulationsmedien suggeriert, der Mensch sei nur eine willkürliche Ansammlung von Chemikalien, Liebe sei eine chemische Reaktion im Gehirn, man lebe nur einmal und solle sein eigenes, kleines Leben auskosten und sich einen Dreck um andere scheren usw.
Der Materialismus ist also der Weg in die Falle, Selbstlosigkeit ein Weg hinaus. Ich hoffe, es ist mir gelungen, dies auf nachvollziehbare Weise darzustellen und danke Ihnen für alles, was Sie tun, um Ihre Mitmenschen darauf hinzuweisen, dass es acht Räder am Wagen des Lebens gibt!



